Wofür willst du nicht (mehr) bekannt sein?

Ich will nicht (mehr) für Instagram bekannt sein. Wenn du wüsstest, womit ich heut meinen Vormittag verbracht hab, würdest du diese Aussage sehr amüsant finden. Okay, ich verrate es dir: Ich hab eine Fokus-Session gemacht, mit Feedback zu dem Instagram-Account einer Organisation. Uff. Wie ironisch.

Drei Momente in den letzten Wochen haben dieses Gefühl bestätigt:

  1. Jemand stellt mich vor, und sagt „Das ist Kato, sie ist ein Instagram-Brain“ und ich denke zu mir „Uff Kato, warum machst du es dir mit dem Elevator Pitching immer so schwer? Stattdessen wählen die Leute ihre eigene Art, dich vorzustellen, und mit ‚Insta-Brain‘ bin ich nicht happy„, während ich die fremde Hand schüttle.
  2. In einer Challenge meiner Astro-Coachin war das eine Aufgabe: Claimen, was man gut kann, aber auch claimen, was man schon irgendwie hinkriegt aber eigentlich gar nicht machen will. It’s Insta for me. Aber hab ich die Challenge durchgezogen und es irgendwo öffentlich gepostet? Neee.
  3. Zum Neumond in Libra vor zwei Wochen hab ich genau diese Frage irgendwo als Journaling Prompt gesehen: Wofür willst du nicht mehr bekannt sein? Und auch da war Instagram als erstes in meinem Kopf.

Okay, aber warum? Zum einen weil – wie ich neulich ja schon zugegeben habe – ich den Eindruck habe, mit der aktuellen Welle von „Was funktioniert auf Instagram?“ nicht mehr mithalten zu können.

(An alle, die jetzt die Stirn runzeln, warum ich dann trotzdem dazu berate (und den inneren Impostor-Ingo): Weil ich mir durchaus traue, mit Instagram-Anfänger:innen ihre Profile durchzugehen und da die strategisch zu optimieren, aber in dem „Welche Hook aus meinen drölf Test-Reels hat am besten performt und wird jetzt in einen viralen Post mit Top Watchrate umgewandelt?“-Game bin ich nicht drin. )

Und zum anderen auch, weil ich für Instagram keine echte Begeisterung mehr empfinde wie noch vor ein paar Jahren, sondern nur noch eine Stockholm-Syndrom-artige Zweckbeziehung. (Ich schwöre, wenn jemand diesen Blog nach „Stockholm-Syndrom“ durchsucht, kommen drölf verschiedene Artikel wo ich mir jedes Mal vornehme, einen Weg zu finden, mein Insta-Stockholm-Syndrom loszuwerden!)

Insta-Workshop im Village Tübingen – Foto von Debbi 🙂

Muss ich damit alle meine Instagram-Angebote beerdigen?

Wenn ich also jetzt entschieden habe, dass ich nicht mehr für Instagram bekannt sein will, muss ich dann damit aufhören, Workshops anzubieten, in denen Instagram vorkommt oder in denen es sogar hauptsächlich Instagram geht?

Das wäre schade, denn die Nachfrage ist da. 👀💰 Und, to be honest, gerade der Instagram-Profil-Überarbeitungs-Workshop, der in letzter Zeit öfter angefragt wird, der macht mir auch echt Spaß und gibt sehr befriedigende hands-on Ergebnisse.

Instagram als Tool statt als Main Character

Ich glaube, ich muss Instagram nicht aus meinem Leistungskatalog streichen, sondern ich muss umframen, worum es eigentlich geht. Ich will nicht, dass ich als die Instagram-Person bekannt bin, genauso wie ein Schreiner nicht als der Schrauben-Typ bekannt sein will, weil Schrauben für ihn nur ein Bestandteil sind, um das große Ganze, z.B. schicke oder funktionale Möbel herzustellen.

Das bringt uns also wieder zurück zur guten alten Positionierungs- und Elevator-Pitch-Frage. Denn wenn ich einen prägnanten Weg habe, mich vorzustellen, müssen die Leute nicht auf ihre eigene Interpretation, aka „die macht was mit Instagram„, zurückgreifen. Ich mache mich mal auf die Suche…

Reflexionsfrage an dich: Was kommt dir als erstes in den Sinn, wenn ich dich frage: Wofür willst du nicht (mehr) bekannt sein?


Ich blogge auf kommunikato.de über meine Arbeit als Kommunikationsberaterin & freiberufliche Dozentin – und was ich dabei lerne und lehre. Wenn du nichts verpassen willst, abonniere diesen Blog via E-Mail: