Jetzt bitte nicht aus Langeweile sabotieren, okay?

Wisst ihr, was witzig ist? Mira ist eine meiner Star Students aus dem Workshop Accelerator und hat sich in den letzten Jahren ein brummendes Workshop-Business mit (a) Seminaren im Dozent:innen-Modell und (b) einem eigenen Gruppenprogramm aufgebaut. Und jetzt baut sie ihr Business um, unter anderen weil ihr langweilig ist. Meine Emotionen beim Lesen: 😅😭😵‍💫 Okay, es gibt noch andere Gründe, und im Laufe ihrer 90-Tage-Working-in-Public-Contentserie, die sie gestartet hat, wird sie dazu sicher noch mehr erzählen. (Den Langeweile-Post könnt ihr hier nachlesen.)

Und ganz ehrlich? Ich checke. Ich hab mich in den letzten Monaten auch schon ein paar Mal dabei erwischt, dass ich bei Vorstellungen sowas gesagt hab wie: „Das ist der langweilige Teil meiner Selbstständigkeit„, wenns um meine Tätigkeit als Dozentin für Digitale Öffentlichkeitsarbeit geht.

Langweilig im Sinne von:

  • immer die gleichen Themen
  • immer die gleichen Seminare (to be fair, das ist absolut mit Intention und macht das Ganze ja so lukrativ)
  • nicht sehr prestigeträchtig (heut war meine „Keynote“ nicht auf einer fancy Bühne sondern in einer restaurierten Scheune lol)
  • ohne krasse Marketingmaßnahmen oder Launches
  • ohne Investments oder Risiko
  • business as usual

Also ja, ich versteh Mira und alle anderen schon, wenns denen damit nach ein paar Jahren langweilig wird. Und ich seh den Reiz, die bewährten Strukturen hinter sich zu lassen und zu neuen Ufern aufzubrechen. Deshalb will ich mich selber hier erinnern (und öffentlich accountable halten), genau das nicht zu machen. Zumindest nicht mit den Sachen, die ich in der freiberuflichen Seite meiner Selbstständigkeit mache. (Die andere Seite, wo cih ja u.a. den Club neu gelauncht hab, darf meine Spielweise bleiben.)

Hier mein Appell an mich selbst, mein langweiliges Business wertzuschätzen:

Wenn du was gut kannst, checkst du immer weniger, dass das für andere nicht selbstverständlich ist.

Ey dafür gibts doch bestimmt nen Fachbegriff?! Auf jeden Fall musst du es appreciaten, dass etwas für dich so einfach geworden ist, dass es langweilig statt herausfordernd it.

Vor ein paar Jahren hättest du dir genau das gewünscht.

Da hatte ich noch nicht das beständige Level an Anfragen. Da hab ich noch niedrigere Preise verlangt. Da bin ich noch durch die Gegend gefahren.

Du kannst dich einfach darüber freuen, dass etwas funktioniert, ohne das Bedürfnis es zu haben, es zu optimieren oder weiterzuentwickeln.

Nicht „Ziel erreicht, was next?“ sondern „Ziel erreicht, prima, jetzt erstmal n Eis essen.“

Never change a running system.

Ich krieg Anfragen. Ich mach die Aufträge. Ich krieg mehr Anfragen. Warum einen Stein ins Getriebe werfen?

Du hast in anderen Bereichen genug Stress.

Enjoy your low cortisol business, baby.

Ich blogge auf kommunikato.de über meine Arbeit als Kommunikationsberaterin & freiberufliche Dozentin – und was ich dabei lerne und lehre. Wenn du nichts verpassen willst, abonniere diesen Blog via E-Mail:

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