Sendfox sei Dank hab ich wieder Bock auf E-Mail(-Marketing)

Confession: Ich hasse E-Mail-Newsletter. Also, sie zu schreiben. Dazu eine kleine Anekdote: Zu Bachelorzeiten war ich in einem Verein aktiv, was mir viel Spaß gemacht hat, aufgrund der vielen Verantwortung aber auch viel Zeit gekostet hat. Als ich für den Master die Uni gewechselt habe, bin ich dann dem örtlichen Ableger des Vereins beigetreten und habe dort angeboten, eine kleine (!) Aufgabe aus dem Hochschulmarketing für ein, zwei Semester zu übernehmen. Übertragen wurde mir der E-Mail-Newsletter.

Puh, ja. Es war auf jeden Fall eine abgegrenzte Aufgabe, aber hat sie Spaß gemacht? Hell no. Content sammeln, Content copypasten, Bilder einfügen, Content formatieren, Links einfügen, an die ganzen kleinen Details denken, die Vorschau zur Abnahme schicken, Änderungswünsche einfügen… War so ätzend wie es klingt.

Für meine eigenen Projekte (DaF-Blog, erzähl davon, Heul nicht, mach doch! etc pp) habe ich auch E-Mail-Newsletter angelegt, aber – let’s be real – ich habe es nie geschafft, richtig konsistent im Content zu sein ODER die nicen Features (Automatisierung, Taggen, Segmentierung) sinnvoll zu nutzen.

E-Mail stirbt nicht

Dabei ist der Aufbau einer „Liste“, wie man sie im Marketing-Sprech so schön nennt, wichtiger denn je. Wir dürfen uns nicht auf fremde Plattformen verlassen und unsere Audience ausschließlich in den sozialen Netzwerken aufbauen. Algorithmen sei Dank sehen unsere Follower ja eh nur einen Bruchteil unserer Postings. Plattformen wie Substack zeigen den Trend: Back 2 Mailpostfach mit einem Newsletter, dabei trotzdem nice und shareable Blog-Oberfläche. Monetarisierungsfeatures sind ab Werk mit dabei. Achja, und die Lust wieder „nur“ zu schreiben (statt alles in ein Hochglanz-Foto oder ein mehrwertiges Karussell zu verpacken) spielt sicher auch eine Rolle.

Vor ein paar Monaten habe ich das E-Mail-Tool Sendfox entdeckt. Es ist ein Startup/Projekt von Noah Kagan (siehe favourite Biz-Influencer hier) und wir haben direkt etwas gemeinsam: Unseren Hass auf Mailchimp. Sympathisch. Neben Mailchimp (so unintuitiv!!) habe ich auch MailerLite und ActiveCampaign ausprobiert. In dieser – unbezahlten und unbeauftragten – Tour will ich euch Sendfox vorstellen.

Was Sendfox anders macht

Sendfox ist ein E-Mail-Tool speziell für Content Creator. Also für Leute, die bloggen, podcasten, YouTube-Videos veröffentlichen oder in den sozialen Netzwerken (Instagram, Facebook, Twitter, LinkedIn) unterwegs sind. Oder alles gleichzeitig.

Sendfox ist bestens dafür geeignet, all diesen Content zu sammeln und an die Leute zu schicken, die es wirklich interessiert. (Stichwort Unabhängigkeit von Algorithmen) Mit sehr smarten Funktionen – dazu gleich mehr – macht Sendfox diesen Job wirklich einfach. So einfach, dass man quasi keine Ausreden mehr hat und einem nichts anderes übrig bleibt, als endlich regelmäßig Mails zu verschicken. Ja, mit „man“ meine ich an dieser Stelle 100% mich.

Obwohl Sendfox den Fokus auf das Versenden von „frischem“ Content legt, hat das Tool trotzdem Automatisierungsfunktionen, mit denen man z.B. eine Welcome Sequence verschicken kann.

Für E-Commerce oder komplizierte Funnel-Freebie-Tagging-Geschichten sind andere Tools besser geeignet als Sendfox. Aber dafür gibts in dem Metier dann jede Menge Konkurrenz (ActiveCampaign, ConvertKit und Co), während Sendfox mit dem Fokus auf einfache Content-Aggregation ziemlich unique dasteht.

Vor- und Nachteile von Sendfox

Vorteile:

  • Sendfox ist ausgesprochen einfach zu bedienen. Keine tausend Einstellungen, kein aufgeblasener E-Mail-Editor
  • Smarte Funktionen
  • Transparentes Preismodell und günstiger als Tools auf monatlicher Abobasis
  • Sendfox zu bedienen macht tatsächlich Spaß
  • der Support ist nett

Nachteile:

  • wenig Möglichkeiten zur Individualisierung, was Farben und Fonts angeht -> schlecht fürs Branding
  • Sendfox ist noch in der Startup-Phase, d.h. es gibt häufige Änderungen. Die können positiv oder negativ ausfallen
  • Ein paar Funktionen vermisse ich noch schmerzhaft, z.B. automatisches Speichern beim Schreiben einer E-Mail
  • Es handelt sich um ein US-amerikanisches Tool

„Wow, da hat sich wirklich jemand was bei gedacht“-Funktionen

Wenn man einfach nur E-Mails schreiben will, ist die Liste der potentiellen Tools lang. MailerLite finde ich zum Beispiel grundsätzlich klasse. Was mich an Sendfox überzeugt, sind die Features, die genau zu meinem Use Case passen. Hier eine Liste:

1) Smart Pages

Smart Pages sind quasi kleine Landingpages nach dem Muster sendfox.com/deinnamehier, die du verlinken und verschicken kannst. Hier vier Beispiele, wie das aussehen kann:

So sieht unsere Smart Page für erzähl davon aus

Smart Pages sind super schnell aufzusetzen, weil sie ein vorgefertigtes Layout haben. Man kann mehrere aufsetzen und auch die URLs ändern. Das krasseste Feature verbirgt sich unter dem Sign-Up-Button: Let me read first

2) Ein eingebauter Feed, aka Let me read first

Klickt man auf den Link, kommt man zu einer Seite, die die verschiedenen Contentquellen (z.B. Blog, Newsletter, YouTube etc) sowie vergangene Newsletter zeigt.

Potentielle Abonnent*innen haben also die Möglichkeit, erst ein bisschen zu stöbern, bevor sie sich für ein Abo entscheiden. Das gefällt mir ausgesprochen gut! Bei erzähl davon funktioniert das auch richtig gut. Hier bei kommunikato funktioniert die Bildübermittlung via RSS-Feed nicht so richtig, deshalb hab ichs da ausgeschaltet. Aber das liegt nicht an Sendfox, wie man sieht.

3) Einbettung verschiedener Quellen und Smart Campaigns

Wie man oben sieht, habe ich für erzähl davon eine ganze Reihe von Quellen angelegt. Das funktioniert super via RSS und wenn neuer Content da ist, erstellt Sendfox automatisch Entwürfe für neue E-Mails.

Ob und wie man die sogenannten Smart Campaigns nutzen möchte, kann man natürlich selber entscheiden. Für die Zukunft hoffe ich auf die Möglichkeit, die Sprache zu wechseln oder eigene Floskeln/Textbausteine aktivieren zu können.

Ich will natürlich nicht, dass meine E-Mails vollkommen automatisiert und seelenlos rausgehen. Aber wenn Sendfox mir schonmal den neuen Content aufbereitet und die E-Mail anlegt, spart das auf jeden Fall Zeit und Mühe. Die gesparte Zeit kann ich dann besser nutzen.

4) Vorlagen für Automatisierungen

E-Mail-Automatisierungen sind für viele Menschen ja ein Buch mit sieben Siegeln, wenn sie zum ersten Mal davon hören. Jep, auch hier schließe ich mich nicht aus. Hier hat Sendfox wieder einfach mal vorgelegt und schlägt Templates vor, anhand derer man die erste kleine Automation (z.B. als Welcome Sequence) anlegen kann.

5) Einfaches Interface und Onboarding

Last but not least: Es ist einfach einfach, eine E-Mail in Sendfox zu schreiben:

Wer würde da nicht einfach lostippen wollen?!

Wenn ich das mit dem schwerfälligen Builder von ActiveCampaign vergleiche… Puh, da liegen Welten! Ja, man kann die E-Mails nur sehr begrenzt customizen, und ich verstehe, wenn das für manche Leute ein großer Abturn ist. So hat man im Moment nur eine kleine Farbpalette per Auswahl und kann nichtmal per Hex- oder RGB-Code die exakte Brandfarbe auswählen. Aber ich baue darauf, dass das früher oder später kommt und erfreue mich in der Zwischenzeit an der gesparten Zeit. Für kommunikato wähle ich das hellste Orange, für erzähl davon das hellste Grün. Feddich.

Was ich außerdem loben, aber leider nicht per Screenshot zeigen kann, ist das Onboarding. Für kommunikato nutze ich Sendfox ja schon seit ein paar Monaten; für erzähl davon habe ich erst Anfang August 2020 ein Konto angelegt (und eine Lizenz gekauft, mehr zum Preis gleich). In der Zwischenzeit hat Sendfox einen Onboarding-Prozess eingebaut, der es mir sehr einfach gemacht hat, alles einzurichten und die erste Mail zu verschicken. Meine Kontakte habe ich übrigens von ActiveCampaign importiert.

6) Wachstumstools

Ich setze es bei beiden Accounts noch nicht ein, finde das Prinzip aber sehr spannend: Sendfox hat mit den „Subscriber Referrals“ ein eingebautes Tool, um den Newsletter wachsen zu lassen. Wenn man es aktiviert, erscheint am Footer jeder E-Mail ein Hinweis, dass man den Newsletter an Freund*innen empfehlen kann und dafür Punkte sammelt. Für 3 Referrals bekommt man dann zum Beispiel Belohnung X, für 5 Belohnung Y.

Preisgestaltung von Sendfox – ein unorthodoxes Bezahlmodell

Wie viele andere Tools auch, hat Sendfox eine kostenlose Variante. Die würde ich auch auf jeden Fall empfehlen, um sich das Ganze mal von innen anzugucken und zu schauen, ob man sich z.B. mit den begrenzten Formatierungsoptionen anfreunden kann. Meine Screenshots hier sind wahrscheinlich in zwei Wochen eh veraltet. In der kostenlosen Variante kann man auch schon E-Mails rausschicken. Diese gehen allerdings sehr langsam („throttled“) raus. Außerdem ist das Sendfox-Branding prominenter.

Wenn man Sendfox geil findet, kann man durch einen einmaligen Kauf von 49 Dollar den Lifetime Plan kaufen. Mit dem kann man bis zu 50k Mails an bis zu 5k Kontakte pro Monat schicken. Falls man Größeres vorhat und das nicht reicht, kann man für monatliche $10 jeweils 1k weitere Kontakte freischalten. Wer deutlich mehr Kontakte hat oder Aussendungen plant; den HTML-Modus benutzen und das Sendfox-Branding deaktivieren will, kann für $18 pro Monat das Empire-Add-On dazubuchen.

Falls jemals 5000 Leute meine E-Mails lesen wollen – Halleluja. Dann bezahle ich gerne mehr. Solange gehe ich davon aus, dass mir der Lifetime Plan mit der Einmalzahlung dicke reichen wird. Wer von einem bezahlten Tool wie ActiveCampaign wechselt, hat die Investition nach ein paar Monaten wieder ausgeglichen. Für alle, die bisher mit den kostenlosen Mailchimp- oder MailerLite-Plänen schmarotzen, ist jetzt ausnahmsweise ein Griff zur Kreditkarte nötig, aber dafür halt auch nur einmal, gell.

Meine Prognose: Da Sendfox – wie schon gesagt – gerade in einer Startup-Wachstums-Phase steckt, wird das verhältnismäßig günstige und ungewöhnliche Pricing die nächsten Monate bestimmt noch bestehen bleiben. So einen Lifetime-Deal wird Sendfox aber nicht für immer haben. (Auf zeitlich begrenzten Lifetime-Deals basiert schließlich Noah Kagans Mutterunternehmen AppSumo.)

Kaufen kann man die Lizenz entweder direkt über die Sendfox-Oberfläche (nachdem man sich einen kostenlosen Account erstellt hat) oder über die erwähnte Plattform AppSumo. Preislich macht das keinen Unterschied. Wenn ihr mich unterstützen wollt und noch keine Kund*innen bei AppSumo seid, könnt ihr euch gerne mit meinem Affiliate-Link bei Appsumo anmelden. Ihr bekommt dann einen $10-Gutschein (den ihr gleich für den Sendfox-Kauf anwenden könnt) und ich ebenso. Hier nochmal der Hinweis: Dieser Blogpost ist nicht gesponsort oder beauftragt. Ich finde Sendfox einfach cool und schreibe hier alle Argumente auf, damit ich in Zukunft nur noch den Link schicken muss, statt mir den Mund fusselig zu reden 🙂

Jetzt interessiert euch wahrscheinlich, wie genau ich Sendfox einsetze und wie viel Zeit es mich wöchentlich bzw. monatlich kostet, die E-Mail aufzusetzen.

Mein Workflow mit Sendfox

Für kommunikato verschicke ich meinen Newsletter jeden Freitagvormittag. Dafür logge ich mich ein und schaue, ob es schon einen automatisch erstellten Smart-Campaign-Entwurf für einen der neuesten Beiträge gibt. Diesen editiere ich dann (Titel, Text und füge Fotos und Links hinzu, wenn ich in der Woche mehr als einen Beitrag geschrieben habe. Die Beiträge kommen immer zuerst, dann ggf. Ankündigungen oder Linktipps. (Meine Linktipps suche mich mir von Twitter und Google Keep heraus.)

Insgesamt dauert das zwischen 10 und 20 Minuten. Ich schaue mir die Mail nochmal im Vorschaumodus an und sende sie dann entweder direkt (wenn ich spät dran bin) oder stelle die automatische Veröffentlichung ein. Manchmal weise ich dann in meiner Instastory noch auf die Last-Minute-Anmeldemöglichkeit hin.

Sendfox macht es mir wirklich, wirklich, wirklich leicht, jede Woche diese E-Mail zu verschicken. Ich sorge damit für Konsistenz und schicke meinen Abonnent*innen meine neuen Inhalte ins Postfach, falls ich vergessen habe, sie auf Insta oder Twitter zu teilen, oder falls sie ihn dort nicht gesehen haben. Kann ja beides vorkommen.

Beim erzähl davon Newsletter lag die Frequenz bisher bei 1x pro Monat. Vielleicht schraube ich sie demnächst wieder höher…

Ich empfehle Sendfox für…

Leute, die sich hauptsächlich als Content Creator auf der ein oder anderen (oder allen, lol) Plattform(en) verstehen und die nach einem einfachen und smarten System suchen, sich eine Audience per E-Mail aufzubauen. Dank der Smart Pages braucht man dafür auch keine eigene Homepage. Wer bisher keine Zeit für einen Newsletter hatte oder beim Gedanken an Mailchimp ein ungutes Gefühl in der Magengegend verspürt hat, wird mit Sendfox happy. Versprochen. Ich bin es auch. Wirklich, dank Sendfox macht es mir wieder Spaß, E-Mails zu verschicken und so auf einer anderen Ebene mit den Menschen zu kommunizieren, die sich für meine Inhalte interessieren.

Hier nochmal der Hinweis: Wenn ihr euch Sendfox kaufen wollt, macht das gerne über meinen AppSumo-Ref-Link und spart dabei $10.

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Danke fürs Lesen und bis dann! – Kato

(P.S.: Schicke den Beitrag gerne an die eine Freundin, die über ihre Insta-Reichweite meckert oder den einen Freund, der schon ewig mit dem Gedanken spielt, einen Newsletter zu seinem nerdigen Spezialhobby zu starten!)

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