what a blessing to know how I work well

Diese Woche hatte ich Uni. Genauer gesagt: Ich habe das Social-Media-Seminar gehalten, für das ich vor gefühlten Ewigkeiten angefragt wurde, und das (leider/zum Glück?) bei den Studierenden sehr beliebt war. Zum Glück, weil ich mich natürlich über Interesse an meinen Themen freue, und leider, weil Seminare leider sehr vorbereitungsaufwändig sind, vor allem wenn man diesen konkreten Seminarplan zum ersten Mal hält. Naja, ich musste da jetzt durch. Jeden Vormittag 4h Unterricht, dazwischen eine Pause. Anstrengend!

Mich erinnerte die Woche an die Zeit, als ich ca 2015/16 als Nebenjob zum Masterstudium DaF-Unterricht an der VHS gab. Auch hier gilt: viel Vorbereitung und wenig Kohle 🤡 Was aber der für mich anstrengendste Part war: Der Kurs hatte noch zwei andere Dozent:innen und wir mussten uns dann jeden Nachmittag kurz absprechen, wie weit wir gekommen waren und was die TN für Hausaufgaben erhalten hatten. Ja, grob konnte man den Kursfortschritt planen („eine Lektion pro Woche“), aber in der Realität kam dann immer etwas dazwischen und man musste sich dann per Telefon oder SMS updaten. Ohne dieses Update konnte ich meinen Unterricht für den Folgetag nicht vorbereiten. Und meine Co-Dozentin meldete sich meistens nicht direkt nach dem Unterricht, sondern erst am Nachmittag. Das bedeutete, dass ich die Vorbereitung immer erst am Abend final machen konnte – was ich hasse, weil es mir die Flexibilität der Freiberuflichkeit nimmt und weil ich es mir schon seit Jahren angewöhne, Dinge nie auf den letzten Drücker vorzubereiten, falls dann doch noch eine Migräneattacke oder ein anderer Zwischenfall auftritt.

Das klingt jetzt nach einer minor inconvenience, aber für mich ist das ein Stressfaktor. Und wenn ich doch schon selbstständig bin, will ich nach meinen eigenen Regeln arbeiten.

Noch ein Beispiel: Eine gewisse Freundin (alle, die nicht zum allerersten Mal diesen Blog lesen, wissen wer gemeint ist) arbeitet in ihrer Agentur am liebsten in Retainern. Sprich, sie hat eine handvoll Kund:innen und macht für die jeden Monat Aufgaben in einem festgelegten Arbeits- und Honorarumfang. Für mich wär das die Hölle! Ich arbeite lieber mit On-Off-Kund:innen. Da habe ich mehr Druck, immer wieder neue Aufträge zu finden, aber ich habe keine Jour Fixes und mehr Abwechslung.

Mich hat neulich jemand gefragt, ob mich das bei meinen Workshops nicht deprimiert, wenn ich keine Ergebnisse sehe. Hab kurz drüber nachgedacht, aber ne: ist mir egal! Ich fänds viel deprimierender, an einem Langzeitprojekt zu arbeiten und dann zu sehen, wie coole Ideen nicht durch die Freigabe gehen. Oder Kolleg:innen zu haben, mit denen ich einfach nicht vibe. Been there done that.

Ich könnt noch viele weitere Beispiele nennen – zu Arbeitsformaten, Themen, Arten von Kund:innen und Co. Aber darum geht’s gar nicht, sondern darum dass ich weiß, wie ich gern & gut arbeiten kann. Das hat eine Weile gedauert und es waren auch ein paar Griff-ins-Klo-Projekte dabei, aber mit jeder Erfahrung wird man ja schlauer.

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